Garten planen: Schritt für Schritt
Einen Garten planst du am besten in sechs Schritten: Du schaust dir den Standort an (Licht, Boden, Wasser, Winter), legst fest, wofür du ihn nutzt, gibst ihm ein Gerüst, das auch im Winter sichtbar ist, und planst dann das Beet in Schichten, hoch nach hinten, niedrig nach vorn. Du wählst so, dass vom Frühling bis zum Herbst immer etwas blüht, und rechnest zum Schluss aus dem Pflanzabstand Stückzahl und Preis aus. Nach denselben Regeln arbeitet auch unser Gartenplaner.
Aktualisiert: 16. Oktober 2026 · Daten und Preise aus unserer Pflanzendatenbank, für dein Land berechnet. Wie unsere Daten entstehen
Das Foto
Der Plan im 3. Sommer
Den Standort ansehen
Du wählst die Pflanze für den Standort, nicht umgekehrt. Bevor du etwas aussuchst, sieh dir fünf Dinge an.
- Licht: wie viele Stunden direkte Sonne der Platz im Sommer bekommt. Über sechs Stunden ist sonnig, drei bis sechs ist Halbschatten, unter drei ist Schatten. Die Nordseite eines Gebäudes und der Boden unter dichten Bäumen sind Schatten, dort brauchst du schattenverträgliche Pflanzen.
- Boden: sandig, lehmig oder normale Gartenerde. Sand trocknet schnell aus, dorthin gehören trockenheitsverträgliche Pflanzen. Auf schwerem Lehmboden staut sich das Wasser, dort hat keine Pflanze Platz, die guten Wasserabzug braucht, sondern nur eine, die Lehm verträgt.
- Wasser: ob du gießen wirst. Ohne Gießen kommen an einen sonnigen Platz nur sehr trockenheitsverträgliche Pflanzen, und auch die musst du in den ersten zwei Jahren gießen, bis ihre Wurzeln in die Tiefe gehen.
- Winter: die kälteste Wintertemperatur in deiner Gegend. Unser Gartenplaner rechnet je nach Region mit Wintern von -15 bis -24 °C, im Gebirge eine Stufe kälter. Was weniger verträgt, erfriert.
- Größe: Länge und Tiefe der Fläche, die bepflanzt werden soll, und was dahinter steht (Zaun, Hauswand) und davor liegt (Rasen, Weg). Die Tiefe entscheidet, wie viele Schichten Platz haben: unter 80 cm eine, unter 150 cm zwei, darüber drei.
Festlegen, wofür du ihn nutzt
Wie der Garten genutzt wird, grenzt die Pflanzenliste ein, noch bevor der Geschmack ins Spiel kommt.
- Wenn auch ein Hund, eine Katze oder ein kleines Kind den Garten nutzt, kommen nur Pflanzen in Frage, die nachweislich ungiftig sind (die Listen der für Hunde, Katzen und Kinder ungiftigen Pflanzen), neben Kindern auch nichts Dorniges. Die Giftigkeit ist nur bei einem kleineren Teil der Pflanzen sicher bekannt, deshalb sind diese Listen kürzer.
- Wenn du Sichtschutz zum Nachbarn brauchst, kommt in die hintere Reihe eine Hecke oder Sichtschutzpflanzen. Wie lange es dauert, bis sie schützt, rechnet der Ratgeber zu schnell wachsenden Hecken aus.
- Wenn du wenig Zeit für die Pflege hast, wähle pflegeleichte Stauden und Sträucher und bedecke den Boden, damit kein Unkraut wächst.
- Wenn Bienen und Schmetterlinge kommen sollen, wähle aus bienenfreundlichen Stauden und Sträuchern.
Das Gerüst: was auch im Winter sichtbar ist
Das Gerüst ist das Skelett des Gartens: Hecke, ein kleiner Baum, immergrüne Sträucher, geschnittene Kugeln, hohe Ziergräser. Im Sommer stehen sie hinter den Blüten, im Winter bleiben nur sie. Unser Gartenplaner nimmt einen Plan nur an, wenn mindestens ein Drittel der bepflanzten Fläche immergrün oder im Winter zierend ist.
Ein kleiner Baum gibt dem Beet seinen Höhepunkt. Setz ihn nicht in die Mitte, sondern auf ein Drittel der Länge, und lass davor Platz für eine niedrigere Gruppe. In einen kleinen Garten gehört ein kleiner Zierbaum, neben Weg und Pflaster einer, dessen Wurzeln das Pflaster nicht anheben.
Den Rest des Gerüsts bilden geschnittene Kugeln und immergrüne Pflanzen. Eine einzelne Kugel geht verloren: Sie wirkt in einer Dreiergruppe oder im Rhythmus entlang des Beets wiederholt.
Das Beet: hoch nach hinten, niedrig nach vorn
Ein gutes Beet besteht aus Schichten. Hinten, vor dem Zaun oder der Mauer, stehen die hohen Pflanzen, in der Mitte die mittleren, vorn die niedrigen, so ist jede zu sehen. Die Grenzen der Schichten sollen nicht gerade sein: Lass die Gruppen schräg laufen und ein wenig ineinander übergehen.
Pflanz wenige Sorten in großen Gruppen. Rechne mit etwa 2-3 Quadratmetern je Sorte, für ein kleineres Beet reichen 4-6 Sorten. Stauden pflanzt du in Gruppen von 3-7 Pflanzen, Sträucher einzeln oder zu dritt. Keine Sorte soll die Hälfte der Fläche einnehmen, sonst wird es eintönig, und wenn diese eine erkrankt, ist das ganze Beet kahl.
Die Lücken zwischen den Gruppen füllt ein niedriger Bodendecker oder ein Gras, vom Zaun bis zur Kante. Das ist die Matrix: Sie bildet einen geschlossenen Teppich und lässt dem Unkraut keinen Platz. Die deutschen Staudenmischpflanzungen und die Pflanzungen von Piet Oudolf sind genauso aufgebaut, ein guter Teil der Fläche sind solche niedrigen Pflanzen. Wähle aus den Bodendeckern.
- Die höchste Pflanze soll etwa das Doppelte der Beettiefe erreichen. Rechne mit der Größe nach zehn Jahren, nicht mit der Größe beim Kauf.
- In die vorderen 40 Zentimeter des Beets kommt kein Block über 60 cm. Luftige, durchscheinende Pflanzen (Zierlauch, Eisenkraut) sind die Ausnahme, durch sie kann man hindurchsehen.
- Nebeneinander gehören Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf: Lavendel und Hortensie können nicht in derselben Erde gedeihen.
Das ganze Jahr etwas zu sehen
Ein Garten ist gut, wenn er nicht nur im Juni schön ist. Prüfe auf der Pflanzenliste drei Dinge.
- Von April bis September soll in jedem Monat etwas blühen. Den Vorfrühling füllen Zwiebelblumen (Krokus, Narzisse, Tulpe), den Sommer die Dauerblüher.
- Im Herbst soll mindestens eine Pflanze Herbstfärbung oder späte Blüten haben.
- Im Winter soll ein Gerüst bleiben: Immergrüne, im Winter stehende Ziergräser, zierende Rinde oder Früchte. Das ist das Drittel aus dem Abschnitt über das Gerüst.
Wie viele Pflanzen, und was kostet es?
Die Stückzahl ergibt sich aus dem Pflanzabstand, nicht aus einer Schätzung. Jede Pflanze hat einen empfohlenen Pflanzabstand, etwa so viel Platz, wie sie ausgewachsen einnimmt, und gepflanzt wird im Dreiecksverband, also in versetzten Reihen. Von einer Staude mit 40 cm Abstand brauchst du so etwa 7 Pflanzen pro Quadratmeter, von einer mit 60 cm etwa 3.
Die Kosten macht vor allem die Größe der Sträucher und Bäume aus: Dieselbe Pflanze kostet größer ein Vielfaches. Eine kleine Topfstaude holt eine große in ein bis zwei Jahren ein, ein Strauch oder eine Heckenpflanze nicht.
Pflanzenliste des Beispielgartens auf unserer Startseite
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Kanadischer Judasbaum
1 Stück
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Wald-Hortensie
3 Stück
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Orientalisches Lampenputzergras
10 Stück
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Himalaya-Perlkörbchen
14 Stück
Der vollständige Gartenplan kostet 22 €: drei Varianten, eine Pflanzenliste mit Stückzahl und Preis, ein Pflanzplan und Bilder vom Sommer des 1., 3. und 5. Jahres.
Der Preis ist der aktuelle, gerundete Ladenpreis der Pflanzen des Beispielgartens in deinem Land, so wie unser Plan sie auflistet. Zu den Pflanzen kommen Bodenverbesserung, Mulch oder Kies und gegebenenfalls eine Bewässerung.
Ein Plan aus einem Foto, nach denselben Regeln
Unser Gartenplaner macht diese Schritte aus einem Foto und ein paar Fragen: Er filtert die Pflanzen, die zu deinem Standort passen, aus einer geprüften Datenbank, ordnet sie in Schichten, rechnet Stückzahl und Preis aus und zeigt, wie der Garten im Sommer des 1., 3. und 5. Jahres aussieht. Die Vorschau ist kostenlos.
Der Plan ersetzt nicht den Rat eines Gärtners vor Ort: Boden, Leitungen und den Schatten der Nachbarbäume musst du an Ort und Stelle prüfen.
1. Jahr
3. Jahr
5. Jahr